Das goldene Zeitalter der schrägen Vögel

betr.: 21. Todestag von Gerd Duwner

Wer schon länger synchronisierte Filme und Serien schätzt, dem wird aufgefallen sein, dass es in unserem bundesweiten Ensemble heute zwar durchaus reifere Stimmen gibt, die ihre Eigenheiten in Ehren entwickelt und gepflegt haben, dass wirklich schräge Organe jedoch nicht mehr nachwachsen. – Nach wachsen sie natürlich schon, werden aber am Mikrofon ungern eingesetzt, obwohl es in puncto Märchen und Fantasy mehr denn je zu tun gibt. In solchen Fällen behilft man sich mit dem Verstellen seriöserer Stimmen, was nicht dasselbe ist.
Solch genuine Charakterkehlköpfe wie Hans Hessling, Kurt Zips oder Eberhard Storeck hätten es als Anfänger heute schwer überhaupt aufs Gelände gelassen zu werden. Der letzte Synchronschauspieler, der es mit einem natürlich-ungewöhnlichen Sound zu großer Popularität bringen konnte, dürfte Santiago Ziesmer gewesen sein.
Dabei war es ja nicht so, dass man solche Stimmen nur in Komödien, Zeichentrick und Kinderfunk eingesetzt hätte, sie überzeugten auch im ernsten Fach.
Einer der Universellsten war der Berliner Gerd Duwner, der „hellrauh und extrem modulationsfähig“ („Lexikon der Film- und Fernseh-Synchronisation“) zuweilen auch hochdramatische Rollen ausfüllte und selbst innerhalb seiner populären Trickstimmen Wandlungsfähigkeit bewies.

Barney

Gerd Duwner als Barney Geröllheimer in „Familie Feuerstein“

Festus

Gerd Duwner als Festus in „Rauchende Colts“

Ernie und Bert_RM

Gerd Duwner als Ernie aus der „Sesamstraße“, den er 25 Jahre lang sprach

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