Ixen für Anfänger (6): Sprechen für Software – Induktion

Ixen – eine Technik, die beispielsweise in der Synchronarbeit zum Einsatz kommt – erfordert rasche und präzise Textauffassung. Diese Serie hält Sprech-Übungen bereit, um die betreffenden Instinkte zu schärfen.

Fortsetzung vom 22.1.2018

Von diesem Charakter wissen wir nur, wie er aussieht und dass er „Nummer Eins“ heißt. Diesem Rang und dem Inhalt seiner Äußerungen entnehmen wir das Naheliegende: er ist ein Verschwörer / verrückter Wissenschaftler mit Welteroberungsabsichten.

Number One

Die erste dieser Äußerungen lautet:

Numer One Take

Der Bösewicht führt offensichtlich eines jener Selbstgespräche, die solche Leute in fantastischen Geschichten gern anstellen. Die Regieanweisungen, die wir uns selbst geben können, um den Text sinnvoll zu interpretieren, lauten also: selbstbesoffen, pathetisch, den Sieg in Reichweite. Die Situation dazu, unsere Induktion, sähe dann z.B. so aus:

Nummer 1_1

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, die Lage auszulegen, und auf diese müsste uns die Regie hinweisen. Der gleiche Text aus dem Munde des gleichen Charakters klänge anders, wenn es eben kein Selbstgespräch, sondern ein ergebener Gehilfe anwesend wäre:

Nummer 1_2

Eine weitere Abweichung ergibt sich, wenn der Bösewicht gar nicht so gefährlich ist, wie er glaubt, sondern sich über seine Möglichkeiten selbst belügt. Es stünde uns dann frei, sein Pathos deutlich zu brechen.

Nummer 1_3

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Eine Antwort auf Ixen für Anfänger (6): Sprechen für Software – Induktion

  1. Pingback: Warum wir böse sind - Monty Arnold blogt.Monty Arnold blogt.

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