Film- und ComicCon Offenburg (1)

Film-ComicCon-Offenburg

Gut 25 Jahre nach meinem ersten veröffentlichten Comic-Album und meiner ersten Hauptrolle in einem PC-Spiel bin ich erstmal Gast auf einer Convention. Anlass sind – vermutlich – meine 28.000 Sprachtakes in „Deponia“.

Soweit ich mich erinnere hat die Kultur der Conventions mit den Trekkies begonnen. Diese Fans der Serie „Star Trek“ bzw. „Raumschiff Enterprise“ erschienen verkleidet zur kostenpflichtigen Autogrammstunde mit ihren Serien-Idolen, als es weder die Ausdrücke „Cosplay“  und „Nerd“ noch die heutige parodistische Industrie von „Star Trek“-Verarschungen gab. Diese Freude an der Mutation (um mal im Jargon zu bleiben) hat aus Film- und Comic-Börsen die Art von Kostümparty gemacht, die eine „Con“ heute ausmacht. Die verkleideten Trekkies sind (mehr als etwa die Teilnehmer des Kölner Karnevals) die Vorläufer der heutigen Cosplayer, die sich auf die japanischen Mangas beziehen und mit Film und Comic (sowie mit Science-Fiction-Serien) gar nichts am Hut haben.

Ich habe mir heute sagen lassen, dass die Aufnahme von Charakteren aus Games und Fantasy-Abenteuern in den Cosplay-Begriff eine neue Entwicklung sei. Entsprechend farbenfroh sah der heutige Cosplay-Wettbewerb aus, und die Kostüme waren natürlich selbstgefertigt. Die Manga-Ikone „Sailor Moon“ erschien nur noch als Parodie – im Zombie-Zustand – und entschuldigte sich sogar für die „altbackene“ Kostümwahl.

DSC_0515Die Teilnehmer des Cosplay-Wettbewerbs am ersten Tag der Film- und ComicCon. Wie üblich bei solchen Ratings, ging mein Favorit (hinten 4. von rechts) leer aus. Er konnte in seiner Rüstung sogar tanzen.

Dass es nur einen einzigen Comic-Stand auf dieser geräumigen Messe gab, hat mich ein wenig enttäuscht – es wurden dort hauptsächlich Mangas angeboten.
Ein paar Details sind mir aufgefallen: die wenigsten Besucher waren übergewichtig – was solchen Nerds ja gerne unterstellt wird -, und einige der am finstersten zurechtgemachten Gesellen boten per Beschriftung „Free Hugs“ an – also nette Normalos, die sich zuerst optisch auf Krawall bürsten, dann kuscheln wollen, dann wiederum mittels Pelz / Rüstung / Maske Abstand halten.

DSC_0522Jennifer Runyon aus dem Reich der „Ghostbusters“ trifft die „Transformers“.

Was mich und meine Kollegen aus der Autogramm-Runde bei allem Vergnügen ratlos machte, war die „Nerd-Party“ am Ende des ersten Tages: so stockfinster, dass man all die Pracht gar nicht sehen konnte, und insgesamt etwas ungemütlich. Wir sind nicht lange geblieben.

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