Augen zu, Ohren auf: „Mondo Cane“

Schlechte Filme mit guten Soundtracks (2)

Dieser Soundtrack von Riz Ortolani gilt allgemein als „a beautiful score for a horrible movie“. Die Songversion seines Titelthemas „More“ wurde sogar zu einem vielfach gecoverten Hit; besonders die Interpreten des Great American Songbook fühlten dich für ihn zuständig.
Der Film dazu war das berühmteste Beispiel für das skurrile Genre des Pseudo-Dokumentarfilms, das um das Jahr seiner Entstehung eine kurze Konjunktur hatte. Der Grund, sich „Mondo Cane“ nicht unbedingt ansehen zu wollen, ist ein anderer als er es im Jahre 1962 gewesen wäre. Was seinerzeit das Publikum mit drastischen Bildern von tatsächlichen Ritualen, Schlachtungen, Küken-Einfärbungen und sonstigen Tierquälereien aus aller Welt zu schockieren suchte, ist heute nur mehr eine inhaltlich beliebige Krudität, deren Entrüstung z.B. auch alkoholisierte Reeperbahn-Besucher mit einbezieht.

Ortolanis schmissige, facettenreiche Filmmusik stellt die Weltläufigkeit des Konzeptes in den Vordergrund und lässt keinerlei Unbehagen aufkommen. Sie hat sich viele Jahre lang gut verkauft und funktioniert auch als Easy-Listening-Album.

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